Volksbank soll Parkplatz weichen

In der Sitzung am 19. März 2026 hat der Gemeinderat erstmalig öffentlich über den Plan beraten, das Volksbank-Gebäude abzureißen, um neuen Parkraum zwischen dem Frischmarkt Scharff und dem geplanten Wohngebiet Nähere Hofstatt zu schaffen.

Herr Duffner vom Stadtplanungsbüro Zoll erläuterte die herausfordernde Topografie vor Ort und stellte drei Planungsvarianten vor. Variante A als günstigster Entwurf sieht die geringsten Änderungen an der bisherigen Situation vor und ergänzt die bisherigen Parkplätze vor der Volksbank um Parkplätze entlang der bestehenden Frischmarkt-Einfahrt. Variante B und C sehen einen zusammenhängenden Parkplatz vor – mit jeweils unterschiedlichen Anliefermöglichkeiten für den Frischmarkt. Sie würden die Gemeinde etwa 50.000 bis 70.000 Euro mehr kosten. Die Skizzen zu allen drei Planungsvarianten können unter folgendem Link eingesehen werden:
https://sternenfels.ris-portal.de/sitzungen?p_p_id=RisSitzung&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&_RisSitzung_mvcRenderCommandName=%2Ftop-detail&_RisSitzung_sitzungId=201727&_RisSitzung_topId=1773104

Im Anschluss an die Vorstellung diskutierte der Gemeinderat einerseits über Sinn und Unsinn der Maßnahme an sich, andererseits über die konkrete Ausgestaltung.

„Parkplatz statt Wohnraum!“, fasste ein Mitglied des Gemeinderats die Kritik zusammen, die in den vergangenen Wochen bereits mehrmalig von Bürgerinnen und Bürgern zu hören war. Tatsächlich bietet das Volksbank-Gebäude Raum für zwei Wohneinheiten und befindet sich noch in vergleichweise gutem baulichen Zustand. Trotz Förderung kostet die Maßnahme außerdem eine Menge Geld. Im Haushaltsplan sind 300.000 Euro abzüglich 180.000 Euro Förderung – also effektiv 120.000 Euro – für den Abriss und knapp 90.000 Euro abzüglich 50.000 Euro Förderung – also effektiv 40.000 Euro – für Baumaßnahmen eingetragen. Dennoch plädieren wir als Liste Mensch und Umwelt gemeinsam mit der Mehrheit des Gemeinderats grundsätzlich für die Umsetzung der Maßnahme. Wir sind der Meinung, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist, die Nahversorgung vor Ort ganz konkret zu unterstützen. Der Verlust von Wohnraum und die genannten hohen Ausgaben sind in der Tat ein hoher Preis. Dennoch überwiegt in unseren Augen der Nutzen.

Zur konkreten Ausgestaltung brachten wir mehrere Hinweise ein. Jakob Sehmsdorf stellte stellvertretend für die Liste Mensch und Umwelt klar, dass die bestehenden Fahrradständer und Bank nicht zugunsten einer Einkaufswagenbox entfernt werden sollten, wie in Variante A vermerkt. Er verwies außerdem auf die Vorteile eines Puffers zwischen Gehweg und Landstraße sowie die Gefahr, die von Autos ausgeht, wenn sie beim Ausparken rückwärts über den Fußgängerweg stoßen müssen. Aus diesen Gründen stellte er auch den weitergehenden Antrag, trotz der zu erwartenden Mehrkosten Planungsvariante C zu befolgen. Diesem Vorschlag folgte leider die Mehrheit des Gemeinderats nicht, aber immerhin nahm die Verwaltung die Anregung auf, den Fußgängerweg nicht direkt entlang der Landstraße zu planen.

Die Planung wird nun nochmals überarbeitet und verfeinert bevor eine endgültige Entscheidung im Gemeinderat stattfinden kann.

Bildquelle: Bernd Pelz