In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 24. Juli 2025 ging es im Tagesordnungspunkt 4 um die Anschaffung eines Notstromaggregats für die Gießbachhalle. Die Diskussion darüber und das Abwägen verschiedener Aspekte nahm den größten Teil der Gemeinderatssitzung ein. Ursprünglich wurde von den Freien Wählern im Rahmen der Haushaltsplanung für 2025 ein Prüfauftrag eingebracht. Die Idee: in einer weitgreifenden Katastrophenlage soll den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten werden, sich in den Räumen der Gießbachhalle aufzuhalten. Dazu wird die Gießbachhalle autark von einem dieselgetrieben Stromaggregat versorgt.
Der Prüfauftrag wurde durch die Kommunalverwaltung ausgeführt. Die notwendige Leistung eines passenden Aggregats wurde berechnet und ein entsprechendes Gerät an die Gießbachhalle angeschlossen und im Echtbetrieb getestet. Ein Kauf war für 2025 nicht geplant, da die notwendigen Finanzmittel nicht im Haushaltsjahr eingeplant sind. Nun hat jedoch die Firma, die das Aggregat zum Test bereitgestellt hat, dennoch ein Angebot vorgelegt. Denn diese Firma hat das passende Aggregat auf Lager. Weil dieses von dem ursprünglichen Käufer aufgrund wirtschaftlicher Verhältnisse nicht abgenommen wurde, kann das Gerät günstiger angeboten werden.
Die Kommunalverwaltung hat auf Basis eines Beschlussantrags die Empfehlung ausgesprochen, dieses Aggregat mit einem zusätzlichen 1000 Liter Dieseltank bis Ende Juli zu beschaffen, da die Ersparnis bei ca. 8.000 Euro liegt und das Gerät somit ca. 25 % günstiger ist. Aus Sicht der Verwaltung eine gute Gelegenheit für ein Schnäppchen. Am Gemeinderat lag es nun zu entscheiden. Hier entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die zeigte, dass teilweise selbst innerhalb der im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen keine einheitliche Meinung gebildet werden konnte.
Unklarheit herrschte über die laufenden Kosten. Denn so ein Aggregat muss immer wieder zur Sicherstellung der Funktion betrieben werden. Der bevorratete Diesel kann nicht auf Jahre gelagert werden. Er muss verbraucht werden und dennoch ist sicherzustellen, dass im Notfall der Tank gefüllt ist. Gelagert werden soll das mobile Aggregat inkl. mobilem Tank im Bauhof. Technische Alternativen wurden ins Feld geführt wie eine wesentlich günstigere Lösung, bei der ein Traktor die Aufgabe des Motors übernimmt um Strom zu produzieren. Ein regelmäßiger Wartungsbetrieb wäre nicht mehr notwendig, da der Traktor rund um das Jahr im Einsatz ist und zudem maximal geländegängig. Eine weitere Frage war, warum der Fokus auf dem Betrieb der Gießbachhalle in Diefenbach liegt, wo doch der Ortsteil Sternenfels wesentlich mehr Einwohner zählt. Warum sollte nicht die Grundschule inkl. Kraichquellenhalle und Kindergarten Raum in einer Notlage bieten? In Teilen konnte man gut im Gemeinderat die Sorge erkennen, dass man sich ggf. von einem vermeidlichen Schnäppchen blenden lässt und die Folgekosten noch nicht abschätzen kann. Ob die Idee so gut ist, zur Wartung das Aggregat zu Gelegenheiten wie dem Weihnachtsmarkt laufen zu lassen und die Buden mit Strom zu versorgen? Vielleicht wäre das das Ende der stillen Nacht.
Wir als Liste Mensch und Umwelt (LMU Sternenfels) haben unter anderem auf Beratungsleistungen des Baden-Württembergischen Innenministeriums rund um den Katastrophenschutz hingewiesen. Zumal die Gelder für den Erwerb des Notstromaggregats nicht im Haushalt eingeplant sind, sollte man hier nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Letztlich wurde mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung die Anschaffung des Aggregats beschlossen.
Bildquelle: pixabay.com
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