Das Fällen der Linden am Friedhof Diefenbach wurde vertagt

In der Gemeinderatssitzung am 24.09.2026 stand das Fällen der beiden alten und stattlichen Linden, die den historischen Eingangsbereich des Friedhofs in Diefenbach säumen, auf der Tagesordnung. Die Ersatzpflanzung von mindestens einer neuen Linde (Silberlinde) an einem noch festzulegenden Standort war in der Folge geplant.

Nachdem im vergangenen Jahr ein umfangreicher Pflegeschnitt vorgenommen wurde, ist der Austrieb im Frühjahr weitgehend ausgeblieben. Nun ist es jedoch so, dass solche wertvollen Bäume nicht einfach so gefällt werden können. Ein notwendiges offizielles Gutachten gab es bisher nicht. Deshalb hatte sich in dieser Sache der Naturschutz eingeschaltet und in der Folge die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts. Frau Bürgermeisterin Walch erwähnte die Notwendigkeit der Abwägung von Verkehrssicherungspflichten und Naturschutzgesetzen und empfahl die Verschiebung der Fällung.

Es entstand im Gemeinderat eine lebhafte Diskussion, teilweise auch über Sinn und Unsinn der Gesetzgebung. Diese führte hin bis zur Aussage, dass das mal wieder ein Paradebeispiel sei, warum in Deutschland nichts mehr vorwärts geht. Bernd Pelz als Vertreter der LMU hat sich für die Vertagung des Themas ausgesprochen. Immerhin besteht Unsicherheit und es geht um sehr große Bäume, die zumindest bisher von nachweisbar großem Einfluss waren für z. B. die Grauen Langohren. Diese Fledermäuse, die nur in Mitteleuropa vorkommen, sind vom Aussterben bedroht. Es gibt z. B. in Baden-Württemberg nur noch 45 Kolonien. Zweidrittel davon in Kirchen – und eine eben bei uns in Diefenbach. Zum Grauen Langohr siehe unseren separaten Bericht. Bernd Pelz fand es nicht angemessen, dass in diesem Zusammenhang pauschal Naturschutz und deren Gesetze in Frage gestellt werden und als Ursache für alle möglichen Probleme in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herhalten sollen.

Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen wurde die Fällung der Linden vertagt. Es wird nun ein offizieller Gutachter eingeschaltet, der die Möglichkeiten eines Erhalts, einer gezielten Förderung und Pflege der Bäume und Maßnahmen der Verkehrssicherheit beurteilen kann. Nicht ausgeschlossen, dass eine Revitalisierung möglich ist. Jede noch so kleine Chance, diese beiden ortsbildbestimmenden und wertvollen Bäume zu erhalten, sollte genutzt werden.

Bildquelle: Bernd Pelz