Waldbegang 2026

Einmal im Jahr begeht die Kommunalverwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat einen ausgewählten Bereich des gemeindeeigenen Walds. Dieser Waldbegang fand am 9. Oktober statt. Die Bevölkerung war hierzu herzlich eingeladen. Forstrevierleiter Rolf Esslinger, der Enzkreis-Forstamtsleiter Andreas Roth und der Jagdpächter Henning Wagner informierten die anwesenden Kommunalvertreter und Mitglieder des Gemeinderats.

Festzustellen war, dass der Wald auch in diesem extremen Sommer deutlich gelitten hat. Schaut man auf den Waldboden, sieht man neben dem normal verfärbten Laub viele grüne Blätter. Das ist ungewöhnlich und zeigt den Laubabwurf aufgrund der Stresssituation der Bäume. Seit der Dürre 2018/2019 konnte kein höherer Grundwasserspiegel aufgebaut werden. Darunter litt vor allem die Buche. Deren Holz wird aufgrund der Trockenheit wirtschaftlich relativ schnell entwertet. Es hat eine geringere Qualität. Und da sowieso viel Schadholz auf dem Markt ist, ist der Erlös aus dem Holzverkauf geringer als in den Vorjahren. Dies hat negative Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt. Rolf Esslinger führte aus, dass der Wald heute kein wirklicher Wirtschaftsbetrieb mehr ist, sondern eher als Erholungsgebiet nützlich ist.

Der gemeindeeigene Wald ist für Sternenfels glücklicherweise noch kein Zuschussbetrieb. Im Durchschnitt konnten in jedem Jahr 40.000 € erwirtschaftet werden. Dies liegt daran, dass es wenig zu pflegende Kulturen gibt. Deutlich wurde auch, dass der Wald nicht kaputtgespart wird, sondern die Arbeiten ausgeführt werden, die auch wirklich notwendig sind. Hier verlässt sich die Kommunalverwaltung auf die Expertise des Forsts. Auch positiv ist, dass wir kein Borkenkäferproblem haben, denn auf den Gemarkungen gibt es sehr wenige Fichten und diese stehen nicht in einem flächigen Verbund.

Plan ist, im Wald den Fokus auf die Eiche zu legen und weniger auf die Buche. Die Eiche kommt mit dem Klima noch eher zurecht, benötigt als Lichtbaumart jedoch Raum auf dem Waldboden. Wenn sie im Aufwuchs zu wenig Licht erhält, wird sie instabil. Deshalb sollen in relevanten Bereichen im Unterholz Maßnahmen durch den Forst erfolgen, die den Eichen den notwendigen Platz verschaffen. Voraussetzung für die Verjüngung des Walds mit der Eiche ist, dass es ein gutes Mastjahr gibt – also ein Jahr, in dem die Eichen viele gute Eicheln abwerfen.

Zusammengefasst ergibt sich für unseren Wald folgendes aktuelles Bild:

  • Viel altes Laubholz – mehr alt als jung
  • Viel Holz musste geholt werden, um es wegen dem zunehmenden Schadverlauf vor der wirtschaftlichen Entwertung zu bewahren
  • 28 % der Fläche wurde bereits verjüngt

Bildquelle: Bernd Pelz


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