In der Gemeinderatssitzung im März wurde erstmalig konkret über die Pläne gesprochen, das Gebäude der ehemaligen Volksbank in Sternenfels abzureißen, und dafür einen Pkw-Parkplatz zu errichten. Das um ganz konkret den angrenzenden örtlichen Lebensmitteleinzelhandel zu unterstützen. So hatte sich unsere Bürgermeisterin Frau Walch an mehreren Stellen geäußert.
Wir als LMU Sternenfels waren überrascht, als auf der Tagesordnung der aktuellen Gemeinderatssitzung vom 23. April die Vergabe der Abrissarbeiten des Gebäudes stand. Dabei wurde in der März-Sitzung zunächst vereinbart, die Parkplatzvariante A weiter zu verfolgen. Wir hätten als logischen nächsten Schritt zunächst die Vorstellung detaillierterer Pläne zu dieser Variante erwartet. Deshalb hatten wir uns vorgenommen, in der aktuellen Sitzung einen Antrag einzubringen, um die Vergabe der Abrissarbeiten zu vertagen.
Engagierte Bürger haben wenige Tage vor der aktuellen Sitzung über 250 Unterschriften gegen den Abriss des Volksbankgebäudes gesammelt. Das Quorum für einen sogenannten Einwohnerantrag wurde also problemos erreicht. Ein beachtlicher Erfolg! Die Unterschriften wurden der Bürgermeisterin Frau Walch im Rahmen eines Einwohnerantrags am 21. April übergeben. Der Gemeinderat muss sich nun innerhalb von drei Monaten mit diesem Antrag beschäftigen. Wir sind froh, dass durch diesen Einwohnerantrag, der ausdrücklich nach Gemeindeordnung Baden-Württemberg als demokratisches Mittel des Gehörtwerdens genutzt werden kann, mehr Zeit in dieser Sache entsteht.
Die Kosten, die laut der vorgelegten Pläne für die Schaffung weniger neuer Pkw-Parkplätze entstehen, sind definitiv hoch. Auf der anderen Seite begrüßte die Leitung des Frischmarkt Scharff gegenüber der LMU – und mittlerweile auch öffentlich im Amtsblatt – die Schaffung dieser Parkplätze, da dadurch eine höhere Nutzung der Einkaufsmöglichkeiten entstehen kann. Am langen Ende kann das zur Sicherung des Lebensmitteleinzelhandels hier am Ort führen. Es ist nachvollziehbar von Vorteil, wenn Kunden mit Einkaufswagen, die gegebenenfalls mit schweren Getränkekisten beladen sind, ebenerdig zum Parkplatz fahren können, so wie es bei vielen Einkaufsmärkten die Regel ist.
Hier wollen wir aber nochmals darauf hinweisen, dass zur Förderung der Einkaufsmöglichkeit die aktuell beschlossene Parkplatzplanung aus unserer Sicht die schlechteste Variante ist. Ganze vier Parkplätze sind abgeschnitten und sind mit Einkaufswagen wiederum schwieriger zu erreichen, da der abschüssige Etzweg mit den Einkaufswagen befahren werden müsste. Um die Einkäufe in den Kofferraum zu verstauen, würde der Einkaufswagen auf der abschüssigen Straße stehen. Der Gehweg soll entgegen der bisherigen Planung vor die parkenden Autos versetzt werden um Gefahren beim Rückwärtsausparken über den Gehweg hinweg zu vermeiden.
Grundsätzlich ist aber darauf hinzuweisen, dass der Parkplatz öffentlich sein wird. Nicht nur Kunden des Frischmarkt Scharff können dort parken. Da der Parkplatz, wenn er denn kommen sollte, weiterhin der Kommune gehört, ist eine Vereinnahmung alleine durch den Frischmarkt ohne weiteres nicht möglich. Das sehen wir jedoch nicht als Argument, vier Parkplätze gesondert herzustellen. Das würde auch eine von uns angeregte Innovation nehmen. Die Idee ist, den Parkplatz mit einer Photovoltaik-Anlage zu überdachen, um die bisherige PV-Anlage des Volksbankhauses zu kompensieren. Daraus könnte vielleicht sogar ein Bürgerprojekt entstehen.
In den nächsten Wochen gilt es nun, die gewonnene Zeit dafür zu nutzen, Für und Wider nochmals abzuwägen. Auch die von Bürgermeisterin Walch angekündigte Einwohnerversammlung wird mit Sicherheit mehr Klarheit über die Meinung der Bürgerinnen und Bürger und neue Ideen zutage fördern. Wir sind gespannt, welchen Ausgang die Thematik nehmen wird!
Bildquelle: Bernd Pelz


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